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Tour de Ski zu den WM-Orten

Langlauf Bundestrainer Schlickenrieder radelt mit Top-Athleten nach Seefeld und Oberstdorf

Peter Schlickenrieder ist ein PR-Mann durch und durch. Der Silbermedaillengewinner von Salt Lake City 2002 weiß wie kaum ein anderer, den Langlaufsport ins rechte Licht zu rücken. Als sogenannter Experte bei den Fernseh-Übertragungen der ARD musste der 48-jährige Tegernseer in den letzten Jahren die mäßigen Ergebnisse der deutschen Loipenasse analysieren. Als für den Breitensport zuständiger Vizepräsident des Deutschen Skiverbandes durfte er aber auch nie ungeschminkt die Wahrheit sagen.

Vor zwei Wochen nun überraschte Schlickenrieder damit, dass er beim DSV die Cheftrainerposition übernahm und die Langläufer in den nächsten vier Jahren wieder zu alter Stärke bringen möchte. Nur eineinhalb Wochen nach seiner Ernennung zum Bundestrainer scheint Schlickenrieder mit seiner ersten Trainingsmaßnahme bereits den ersten Coup gelandet zu haben. Er lud Top-Athleten, Trainer und Betreuer zu einer 270 Kilometer langen zweitägigen Radltour ein. Als Start wählte er das „Haus des Ski“ in München-Planegg – als Etappenziele symbolträchtig die WM-Orte Seefeld in Tirol (2019) und Oberstdorf (2021). „Klar sollte dieses Einradeln allen zeigen, wohin die Reise in den nächsten Jahren geht.“ Die Resonanz war groß. 30 Mann und Frau stark war die Gruppe, darunter mit Nicole Fessel, Laura Gimmler, Sofie Krehl, Sebastian Eisenlauer und Florian Notz auch die Top-Läufer aus dem Allgäu. Auch Markus Hofmann, der Oberstdorfer Stützpunkt- und U23-Bundestrainer, war bei der zweitägigen Tour dabei. „Eigentlich wollten wir zur Teambildung eine nette Plauschfahrt machen“, sagte Schlickenrieder, doch schon nach einer Stunde habe er gemerkt, dass er es mit topmotivierten Profisportler zu tun habe. „Jedes noch so kleine Ortsschild wurde für eine Sprintwertung genutzt“, lobte Schlickenrieder die Motivation seiner Schützlinge.

Eisenlauer: „Super gelungen“

In Seefeld habe der Streckenchef die Neuerungen an den WM-Loipen erklärt, zudem habe Tobias Angerer im Hinblick auf die Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf wertvolle Denkanstöße zu Last und Lust einer Heim-WM gegeben. Dass die Gruppe am Sonntag von WM-Organisator Florian Stern und Skiclub-Vorsitzendem Peter Kruijer in der Audi Arena empfangen wurde, habe Eindruck gemacht: „Alle haben gesehen, da rührt sich was. Diese positive Energie wollen wir nutzen“, so Schlickenrieder. Sebastian Eisenlauer vom SC Sonthofen fand den Saisonauftakt „super gelungen“: „Das hat richtig Spaß gemacht.“ Schlickenrieder sei der richtige Mann, um die Stimmung wieder ins Positive zu drehen.

Text: Thomas Weiss, Allgäuer Anzeigeblatt 09.05.2018
Foto: Eren Karaman

Road to oberstdorf 2021