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Oberstdorfer von Chinesen beeindruckt

Oberallgäuer helfen bei der Organisation des City-Sprints in Yanan mit. Sie bereiten Rennen bei Temperaturen um 26 Grad vor

„Hut ab vor der Leistung, die das Team um Georg erbracht hat, um solch genialen Verhältnisse im Park zu schaffen“. Dieses Lob kam von Sieger Frederico Pelegrino, einer der besten Langläufer der Welt. Er meinte damit die Organisatoren des City-Langlaufs im chinesischen Yanan. Eigentlich hatte der Italiener für den Wettkampf in Fernost eher exotische Verhältnisse erwartet. Umso erstaunter war er, als er an der Strecke ein paar vertraute Gesichter entdeckte. Georg Zipfel vom deutschen Skiverband war als Technischer Delegierter mit dem „Team Europa“ nach China gereist. Nicht zum Vergnügen, sondern mit ernstem Auftrag. Hinter dem „Team Europa“ steckten ein paar waschechte Oberallgäuer, auf deren Wettkampf-Routine und Erfahrung man unterm Nebelhorn nur ungern verzichten würde, wenn es um Langlauf-Wettbewerbe geht. Auch in Dresden oder Düsseldorf bei City-Events war ihr Können schon gefragt. Nun zog es die Oberstdorfer nach China. Und wie so oft hatte Georg Zipfel diese Reise in die Wege geleitet. Der Langlauf-Experte aus dem Schwarzwald, der bei der „Tour de Ski“ in Oberstdorf als Rennleiter fungiert, war im September vergangenen Jahres auf Einladung des Bundesinnenministeriums zu einem Deutsch-Chinesischen Symposium nach Shanghai gereist, um dort zum Thema „Großveranstaltungen“ zu referieren. Immerhin werden in China 2022 die Olympischen Spiele ausgetragen, und bis dahin gibt es offenbar noch viel zu lernen.

Zipfel wurde am Rande der Veranstaltung gefragt, ob er als Experte und Technischer Delegierte den City- Event in Yanan betreuen würde. Die Zusage gab er gern, jedoch nicht ohne sein „Dream-Team“ aus Oberstdorf im Hinterkopf zu haben. „Ich wollte es ja gut machen, und da habe ich gleich an meine Topleute aus Oberstdorf gedacht“, berichtet Zipfel.Nun mussten nur noch die Experten mitspielen: Peter Schöll, der als Raupenfahrer schon in Düsseldorf dabei war, Adolf Müller als Streckenchef, Bernhard Linder als Rennsekretär und Fidel Joas, der sich um den gesamten sportlichen Ablauf kümmerte. Das „Team Europa“ vervollständigte Oliver Furuli aus Norwegen, der als Stadionchef fungieren sollte.

Hervorragende Infrastruktur

Was das Quintett um Georg Zipfel erfuhr, war beeindruckend. „Die Chinesen haben eine ganz tolle Infrastruktur, sind absolut freundlich, haben aber leider noch sehr wenig Ahnung von der Austragung eines Langlaufwettbewerbs“, umschreibt Fidel Joas seine Beobachtungen. Das „Team Europa“ setzte alles daran, möglichst viel Wissen und Erfahrung weiterzugeben und den Chinesen ihre „Schneephilosophie“ zu vermitteln.
Bemerkenswert sei der Wille gewesen, von den Profis aus Europa möglichst viel zu lernen. Man hörte aufmerksam zu und steuerte über ein Casting an der Universität freundliche Freiwillige zum guten Gelingen bei. Die übersetzten nicht nur, sondern gingen auch mit an die Strecke und halfen bis spät in die Nacht, erzählt Zipfel beeindruckt.

Echte Herausforderungen warteten auf die Oberallgäuer . So wurden 7000 Kubikmeter Maschinenschnee von 50 Lastwagen auf den 1,5 Kilometer langen Rundkurs gebracht. Mit viel Salz musste die Strecke letztlich präpariert werden, denn beim Wettkampf herrschten sommerliche Temperaturen von 26 Grad Celsius. „Das war ein echter Hammer mit einem tollen Team und einem Top- Sportwettbewerb“, resümiert Zipfel. Die Zusammenarbeit schätzt der DSV-Experte als „historisch“ ein. „Wenn bis zu den Olympischen Spielen in Peking der Langlauf in China einen ordentlichen Stellenwert erhält, sind die Oberstdorfer maßgeblich daran beteiligt.“

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 03.04.2018

City Sprint Yanan