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Johanna Holzmann holt Gold bei der Telemark-WM

23-Jährige vom SC Oberstdorf schreibt beim Parallelspint der Titelkämpfe in Norwegen Geschichte: Sie ist die erste Telemark-Weltmeisterin aus Deutschland

Telemarkerin Johanna Holzmann

Die deutschen Telemark-Skifahrer feierten bei der Weltmeisterschaft im norwegischen Rjukan ein furioses Finale. Die Oberstdorferin Johanna Holzmann gewann – nach zwölf Goldmedaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften – ihr erstes WM-Gold in der Erwachsenenklasse. Die 23-Jährige triumphierte am Abschlusstag der WM beim Parallelsprint und siegte vor ihrer Dauerkonkurrentin Amelie Wenger-Reymond aus der Schweiz und der Französin Argeline Tan Bouquett. Vom gesamten deutschen Telemark-Team wurde die Allgäuerin nach der Siegerehrung huckepack durchs Stadion getragen.

Auf ihrer Facebook-Seite zeigte sich Holzmann fast sprachlos: „Keine Worte können diesen Tag beschreiben. Vielen lieben Dank für alle, die mitgefiebert, unterstützt, geholfen, für mich da waren, mich hierher gebracht haben!“

Überglücklich war auch Chris Leicht aus Oy-Mittelberg, Telemark-Referent beim Deutschen Skiverband: Mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze blickt der DSV auf eine äußerst erfolgreiche Weltmeisterschaft zurück. Besonders groß war Leichts Freude natürlich über den goldenen WM-Abschluss. Alle würden Johanna Holzmann diesen Titel gönnen, sagte Leicht, schließlich habe sich die Allgäuerin in ihrer noch jungen Karriere schon aus vielen Verletzungen zurück in die Weltspitze gekämpft. Auch ein Formtief zu Beginn der Saison habe sie überwunden. Dennoch schien der Gewinn der Goldmedaille gegen die übermächtige Schweizerin Amelie Wenger-Reymond fast aussichtslos. „Johanna hat unbeirrt an sich geglaubt und sensationell Gold gewonnen“, jubelte auch DSV-Trainer Fritz Trojer.
Zumindest eine Hand hatte auch Johanna Holzmanns Bruder Benedikt an der erhofften Medaille. Der 27-Jährige kam souverän ins Halbfinale, kam dort aber zu Sturz und musste seinen Traum vom Doppelgold für das Oberstdorfer Geschwisterpaar begraben. Eine Unachtsamkeit im kleinen Finale gegen den Franzosen Noe Claye kostete ihn am Ende auch die Bronzemedaille. Über Rang vier hinter Philippe Lau (Frankreich), Bastien Dayer (Schweiz) und Claye konnte sich Holzmann zunächst nicht wirklich freuen. Auch Jonas Schmid vom Skiclub Oberstdorf hatte sich mehr ausgerechnet. Er musste sich durch einen Strauchler im Kreisel schon im Achtelfinale verabschieden.

Damit sind die Weltmeisterschaften im norwegischen Rjukan beendet. Johanna Holzmann war an allen vier Medaillen des DSV beteiligt. Mit Bronze im Sprint, Silber im Team mit ihrem Bruder Benedikt und Silber im Classic und Gold im Parallelsprint schreibt sie Geschichte. Johanna Holzmann ist die erste deutsche Telemark-Weltmeisterin.

Text: Thomas Weiß. Allgäuer Anzeigeblatt, 25.03.2019