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Zwei Aushängeschilder des SCO beenden ihre Karriere

Langläuferin Katrin Zeller und Snowboard-Crosser David Speiser hängen ihre Bretter an den Nagel

„Ich höre auf, weil es ein guter Zeitpunkt ist, und ich gesund bin, zumal die Entscheidung ja über einen längeren Zeitpunkt gereift ist. 2012 habe ich mich erstmals mit dem Thema beschäftigt. Mein Ziel war Sotchi, das habe ich knapp verpasst. Die Nicht-Qualifikation ist aber kein Grund für das Karriereende“, sagt Speiser. Ganz im Gegenteil: „Ich hatte eine erfolgreiche lange Karriere und brauche mir nichts mehr zu beweisen. Ich werde mich auf mein Studium an der Fernuniversität Ansbach (International Management) konzentrieren, das Snowboarden aber nicht aus den Augen verlieren. Vielleicht nehme ich an ein paar Qualifying Events der Freeride World Tour teil. Außerdem bin im ich Snowboardlehrteam des DSLV. Es gibt also genug zu tun,“ so das Verbandsmitglied der ersten Stunde.

Speiser, der sich nach mehreren schweren Verletzungen immer wieder an die Weltspitze zurückkämpfte, fuhr in 78 Weltcup-Rennen sieben Mal aufs Podium und vertrat Snowboard Germany bei insgesamt vier Weltmeisterschaften. Zu seinen größten Erfolgen zählt der Bayern München-Fan den achten Platz bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver, die Bronze-Medaille bei den X-Games 2008 sowie den Double Backflip.

Einzig ein Weltcup-Sieg blieb dem Allgäuer in mehr als zehn Jahren Profisport verwehrt. „Es war eine spannende Zeit. Mein Dank gilt dem gesamten Team von Snowboard Germany, meinen Trainern, Betreuern und Ärzten. Ich wünsche ihnen, dass sie weiter so gut snowboarden wie in der letzten Saison, oder noch besser!“

Auch Katrin Zeller hat ihre Karriere beendet

Am 16. März war Schluss: Katrin Zeller beendete mit dem Weltcup-Finale im schwedischen Falun nach über 18 Jahren ihre internationale Karriere als Skilangläuferin. In ihrem letzten Rennen wurde die 35-Jährige, die aus dem Oberstdorfer Ortsteil Rubi stammt und für den SC Oberstdorf startet, noch einmal beste Deutsche. Die DSV-Langlauf-Mädels hatten ihrer Teamkollegin nach dem Zieleinlauf eine farbenfrohe Überraschung geliefert: in pinkfarbenen Leibchen mit einem Bild von Katrin Zeller und der Aufschrift „Good-Bye Killer-KAT“ ließen sie die „Katl“ hochleben. Dieser überreichten sie zudem ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich schmeiß’ mich hin und werd’ Prinzessin!“. Mit einer Sektdusche unter einem Transparent mit dem Text „Liegestuhl statt Loipe“ nahm die Allgäuerin Abschied vom Langlauf-Weltcup.

Wenn Katrin Zeller jetzt davon erzählt, spürt man noch immer Rührung. „Das war ein schöner Abschluss, bei dem man gemerkt hat, dass es in der Mannschaft richtig gut gelaufen ist.“ Über das Verhalten der Trainer schweigt sich die Athletin hingegen höflich aus. Denn im tiefsten Inneren rumort es immer noch ein wenig, wenn die Gedanken zurückschweifen zu den Olympischen Spielen in Sotchi und ihrer Nichtnominierung für die Staffel. „Das war einfach unfair und sowohl nach den Vorgaben der Trainer als auch anhand der Ergebnisse absolut nicht nachvollziehbar“, beklagt sie, dass damals „nicht mit offenen Karten“ gespielt worden sei. Nicht sie, sondern Claudia Nystadt wurde für die Staffel nominiert, obwohl diese über zehn Kilometer, der vermeintlichen Entscheidungshilfe für die Trainer, gar nicht angetreten war. Zeller, die sich bei „grausigen 15 Grad Wärme“ durchquälen musste, hatte das Nachsehen. „Schwamm drüber“, ist für sie noch heute leichter gesagt als getan.

Weltmeisterschaften und Olympia als Höhepunkte

Umso versöhnlicher war dann der feucht-fröhliche Abschluss in Falun, mit dem der Schlusspunkt gesetzt war unter eine Sportlerkarriere, die in der Loipe hinter dem Elternhaus in Rubi begann und Höhepunkte lieferte wie Silbermedaillen bei Olympia 2010 in Vancouver und der WM in Liberec 2009. Von der es folgte eine beispielhafte Karriere mit Weltmeisterschaften, „Tour de Ski“, olympischem Edelmetall und großartigen Erlebnissen, zu denen für sie vor allem die Nordische Ski-WM in Oslo 2011 zählt. „So viele begeisterte Zuschauer – das war unglaublich“, beschreibt sie.

„Erfahrungen, die mir keiner mehr nehmen kann“

„Tolle Erfolge und Erfahrungen, die mir keiner nehmen kann, aber auch ein paar Stolpersteine auf dem Weg“ – so fasst Katrin Zeller bescheiden ihre Profi-Laufbahn zusammen. Jetzt will die Bundespolizistin zunächst einmal „abtrainieren“. Zudem beginnt sie eine Trainerausbildung für den Breitensport, um später ihre Erfahrungen in Skiklub oder Skischule weiterzugeben. Und schließlich gibt es da noch ein Privatleben, das bis jetzt immer zu kurz gekommen ist. Vor einem Jahr hat sie mit ihrem Lebenspartner ein Haus in Oberstdorf bezogen. Da gibt es immer etwas zu tun und statt im Liegestuhl wird man Zeller wohl eher im Baumarkt finden. „Prinzessin“, wie auf dem T-Shirt in Falun stand, will die bodenständige Rubingerin jedenfalls nicht werden.

David Speiser
David Speiser
Katrin Zeller beendet eine erfolgreiche Karriere
Katrin Zeller beendet eine erfolgreiche Karriere
Katrin Zeller Tour de Ski Oberstdorf
Katrin Zeller Tour de Ski Oberstdorf
David Speiser
David Speiser