Stadion Auftaktspringen Vierschanzentournee

SCO-Athleten weiter erfolgreich im Weltcup

Gleich bei ihrem ersten Auftritt katapultierte sich die 14 Jahre alte Schülerin Ganina Ernst aus Oberstdorf mit Rang zwei in die Weltspitze und holt sich das begehrte Olympia-Ticket.

Mit einem verlegenen Lächeln stand Teenager Gianina Ernst nach ihrem traumhaften Weltcup-Debüt auf dem Podest in Lillehammer und konnte ihr Glück kaum fassen. Gleich bei ihrem ersten Auftritt katapultierte sich die 14 Jahre alte Schülerin aus Oberstdorf mit Rang zwei in die Weltspitze und sorgte für das beste Ergebnis einer deutschen Skispringerin in der Historie des 2011 eingeführten Weltcups. Genauso cool wie auf der Schanze gab sich die gebürtige Schweizerin, die erst seit diesem Sommer für Deutschland startet, in der Pressekonferenz. „Natürlich bin ich total begeistert, dass ich bei meinem ersten Weltcup gleich auf dem Podium stehe. Andererseits ist das mein Job. Und den mache ich, seit ich fünf Jahre alt bin“, erklärte Ernst. Ganz nebenbei löste das Nesthäkchen im DSV-Team das Ticket für die Olympischen Winterspiele in Sotschi, das auch Katharina Althaus als Sechste bereits sicher hat. „Ich hatte im Training schon einige gute Sprünge von ihr gesehen. Aber wie cool und unbekümmert sie dann gesprungen ist, das war nicht selbstverständlich“, lobte Bundestrainer Andreas Bauer die Debütantin.

David Speiser im geschlagenen Feld

Beim Weltcup-Auftakt im Montafon scheiterten die deutschen Boardercrosser vorzeitig. Zwar hatten vier der fünf gemeldeten Athleten die K.o.-Runden erreicht, doch im Viertelfinale war für alle nach Stürzen bzw. Kollisionen Endstation. Am Ende standen nur unbefriedigende Plätze zu Buche. So musste sich auch der Oberstdorfer Routinier David Speiser, 33, mit Platz 24 zufriedengeben.

Fessel erreicht halbe Olympia-Norm

Nachdem es in Kuusamo wegen einer noch nicht ausgeheilten Erkältung noch nicht so richtig lief, konnte Nicole Fessel in Lillehammer beim 10 Km Rennen in der klassischen Technik wieder ihre alte Form unter Beweis stellen. Die SCO-Läuferin kam mit 1:46 Minuten Rückstand als gute 15. ins Ziel. Damit hat sie wie viele andere SCO-Atheleten bereits die halbe Olympianorm in der Tasche. Nicht so gut läuft es momentan für Katrin Zeller. Aufgrund einer Rückenverletzung, kommt sie in dieser Weltcupsaison noch nicht richtig in Schwung. Mit Platz 35 über 10 km blieb sie weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Besser lief es bereits im Staffel-Bewerb über 4 × 5 km. Nachdem Startläuferin Denise Herrmann mit knapp 40 Sekunden Rückstand übergeben hatte, kämpften sich Nicole Fessel und Katrin Zeller Position für Position nach vorn. Katrin Zeller zeigte auf der dritten Teilstrecke in der Skating-Technik eine ansprechende Leistung. Schlußendlich reichte es aber für das DSV-Team nur zu Rang 8.

Karl Geiger springt Schanzenrekord im Mixed-Team-Bewerb

Im Kampf um Rang drei schenkten sich Deutschland, Slowenien und Norwegen beim Mixed-Team-Bewerb bis zu den letzten Sprüngen nichts. Am Ende die Nase vorn hatten schließlich die Norweger. Auf den unglücklichen vierten Platz kam das deutsche Team mit Katharina Althaus, Karl Geiger, Carina Vogt und Marinus Kraus. Aus dem Quartett waren es vor allem die männlichen Teilnehmer, die zu überzeugen wussten. Marinus Kraus präsentierte zwei starke Sprünge auf 99 und 95,5 Meter, Karl Geiger konnte sich besonders im Finaldurchgang hervortun. Dort erwischte der 20-Jährige einen phänomenalen Satz auf 107,5 Meter und verbesserte damit den Schanzenrekord von Andreas Kofler (AUT) gleich um 2,5 Meter! "Der Rekord bedeutet mir sehr viel. Es war extrem cool, dass ich den Sprung gestanden habe. Ich habe gemerkt, dass es immer höher wird. Dann habe ich den Flug einfach nur genossen und geschaut, dass ich die Landung stehe", berichtete Geiger.

Beim Einzel-Skispringen von der Normalschanze überzeugten die deutschen Springer in Lillehammer mit einem gutem Mannschaftsergebnis. Nach einem 3. Platz in der Qualifikation erreichte Karle Geiger vom SC Oberstdorf einen guten 15. Platz. Der zweite Bewerb in Lillehammer, diesmal von der Großschanze ausgetragen, brachte den ersten deutschen Sieg des Winters hervor: Severin Freund siegte mit Sprüngen auf 132,5 und 137 Meter (279 Pkt.). Bei wechselnden Winden verpasste Karl Geiger vom Skiclub Oberstdorf als 46. das Finale.

Mit fulminanten Auftritten in der Loipe sorgt Johannes Rydzek für Achtungszeichen

Beim Sieg von Olympiasieger und Weltmeister Jason Lamy Chappuis aus Frankreich wurde Johannes Rydzek aus Oberstdorf Fünfter. Nach dem Springen noch auf Rang 22. trumpfte er in der Loipe auf und verbesserte sich auf den fünften Platz. «Es war ein super Rennen, ich bin sehr zufrieden», meinte der Allgäuer. Dass er gerade beim Springen noch Luft nach oben hat, ist ihm bewusst. «Aber das wird schon. Ich habe im Sommer sehr gute Grundlagen gelegt, darauf kann ich in den nächsten Wochen aufbauen», sagte Rydzek.

Beim zweiten Bewerb erreichte Weltmeister Eric Frenzel seinen zweiten Saisonsieg im Weltcup der Nordischen Kombination. Der Oberwiesenthaler kam auf der HS 138 und dem anschließenden 10 km Lauf zu einem ungefährdeten Erfolg. Einen starken Eindruck hinterließ erneut Johannes Rydzek. Der Oberstdorfer verbesserte sich von Platz 19 nach dem Springen noch auf Rang fünf.

Keine Punkte für Stechert

Skirennfahrer Tobias Stechert hat bei der Weltcup-Abfahrt im amerikanischen Beaver Creek keine Weltcup-Punkte einfahren können. Bei eisigen Temperaturen von bis zu -22 Grad Celsius am Start und wegen Hochnebels schwierigen Sichtverhältnissen erfüllte der deutschen Top-Fahrer die Erwartungen nicht. Mit einem Rückstand von 2,76 Sek. verpasste er auf Platz 36 die Punkteränge. "Das war ein Rennen zum Vergessen", so Tobi Stechert. Beim Super-G schied er bereits im ersten Durchgang nach einem Fahrfehler aus.

David Speiser
David Speiser
Tobias Stechert
Tobias Stechert
Nicole Fessel
Nicole Fessel
Katrin Zeller Tour de Ski Oberstdorf
Katrin Zeller Tour de Ski Oberstdorf
Karle Geiger
Karle Geiger
Johannes Rydzek
Johannes Rydzek