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Schock im Schneegestöber

Deutsche Starterinnen enttäuschen über zehn Kilometer und sehen sich als „Opfer der Naturgewalten“. Auch Nicole Fessel bleibt deutlich hinter ihren Erwartungen zurück.

Schockstarre im Schneegestöber: Die deutschen Ski-Langläuferinnen waren nach dem gestrigen WM-Rennen über zehn Kilometer fassungslos. Sie landeten beim Sieg der Schwedin Charlotte Kalle in 25:08 Minuten allesamt abgeschlagen auf den Plätzen. Claudia Nystad (42.) landete vor Stefanie Böhler (43.) und Nicole Fessel (46.) „Wir wurden Opfer der Naturgewalten“, ärgerte sich Stefanie Böhler. Während es bei den Starts der ersten Läuferinnen wenig bis gar nicht schneite, hatten die höheren Startnummern mit starkem Schneefall zu kämpfen. Selbst die hochgehandelten Norwegerinnen erlebten ein Debakel. Die als letzte von 65 Läuferinnen ins Rennen geschickte Rekord- Weltmeisterin Marit Bjørgen verzeichnete mit Platz 31 sogar das schlechteste WM-Ergebnis ihrer bisherigen Karriere. Ihrer Teamkollegin Therese Johaug erging es als 27. kaum besser. „Wir saßen da mit den Norwegerinnen und waren einfach nur bedröppelt“, sagte Böhler. Stattdessen bejubelten die Schweden die erste WM-Goldmedaille. Die Plätze zwei und drei gingen an die US-Amerikanerinnen Jessica Diggins und Caitlin Gregg. „Zumindest hat die Richtige gewonnen. Ich gönne es der Charlotte wirklich“, sagte Nicole Fessel vom SC Oberstdorf, die 3:34 Minuten Rückstand auf die Siegerin hatten. „Ich habe am Schluss in Richtung Zielgeraden sogar noch Tempo rausgenommen, um Kräfte zu sparen. Wir hatten heute von Beginn an keine Chance“, sagte die 31-Jährige, die im Teamsprint mit Denise Hermann noch knapp geschlagen auf Platz vier gelandet war. Das einzige positive für die DSV-Frauen war die Stimmung: „Die Schweden feuern wirklich jeden persönlich an“, sagte Nystad.

Text: Tobias Schuhwerk, Allgäuer Anzeigeblatt, 25.02.2015

Nicole Fessel
Nicole Fessel