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Roland Frey besetzt neue Position im Skiclub

Seit November ist Roland Frey „Sportlicher Leiter“ beim Skiclub Oberstdorf und besetzt damit eine Position, die es vorher noch nicht gab.

Von seinem Büro in der Erdinger Arena aus kann Roland Frey über das Illertal blicken und bei gutem Wetter auch zu seinem alten Arbeitsplatz, der „Sonnenalp“. Dort war der 52-Jährige die vergangenen Jahre tätig, hatte den SPA-Bereich konzipiert und war zum Schluss in der Geschäftsleitung für sieben Abteilungen zuständig. Eigentlich eine Lebensstellung für den Sulzberger, der die Zeit davor als Alpintrainer unter anderem für den Deutschen Skiverband und die Schweizer Nationalmannschaft gearbeitet hatte. „Damals hatte ich geplant, mit 40 machst du was anderes, denn du willst nicht bis ins Rentenalter am Berg stehen“, erzählt Frey.

Doch der Wintersport hat ihn nie losgelassen, darum also nun noch einmal der Stellenwechsel. Seit November ist Frey „Sportlicher Leiter“ beim Skiclub Oberstdorf und besetzt damit eine Position, die es vorher gar nicht gab. Freys Auftrag ist, die Nachwuchsarbeit im Club zu forcieren, die Vorstandschaft zu entlasten und das Bindeglied zwischen der ehrenamtlichen „Chefetage“ und den Trainern zu sein. Frey versteht sich als „Kümmerer“, der Kooperationsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Abteilungen erkennen und ankurbeln will, die Qualität des Trainings auf den Prüfstand stellt, Teamarbeit als Voraussetzung für eine positive Leistungsentwicklung der Nachwuchstalente betrachtet, aber auch diverse administrative Aufgaben wie beispielsweise Verträge mit festangestellten Coaches und Honorarkräften gestaltet.

Hauptantriebsfeder für die neue Herausforderung ist für den Diplom-Sozialpädagogen, dem Nachwuchs über den Sport eine „schöne Basis zu liefern, ins Leben zu marschieren“. Der SCO biete tolle Voraussetzungen mit hervorragenden Sportstätten und Trainern, die mit Herzblut dabei seien. Es gehe aber nicht ausschließlich darum, an der körperlichen, sportartspezifischen Verfassung zu arbeiten, sondern auch mental zu schulen. “Das ist bisher ein noch wenig bearbeitetes Feld“, meint Frey. Ein zweitägiges Seminar, in dem es um Mentalcoaching ging, haben die Trainer inzwischen begeistert absolviert.

Natürlich sei der Anspruch durchaus, Talente nach oben zu bringen bis hin zu Olympischen Spielen. Kinder und Trainer müssten wissen, wo sie hin wollen, also zielorientiert trainieren und arbeiten, so Frey. Individuelle Analysen, und Dokumentationen werden dabei auf dem Weg nach oben helfen. Aber mindestens genauso wichtig ist es, "für jedes Kind da zu sein, das mit Freunden zusammen einfach nur an der Bewegung an der frischen Luft“ Spaß haben will“, beschreibt Frey die Aufgabe des Vereins. Eine Aufgabe, die nicht vom Büro aus zu erfüllen ist. Darum geht er nun doch wieder hinaus an den Berg. „Zum Kennenlernen der Kinder, der Trainer und der Eltern.“, meint er in Vorfreude auf den Skiwinter.

Text: Elke Wiartalla

Roland Frey
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