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Nach fatalem Sturz Knoten geplatzt

Der 14-jährige Kilian Steiner vom SC Oberstdorf erholt sich überraschend schnell von seinen Verletzungen und legt zum Ende der Saison eine erstaunliche Siegesserie hin.

Seine große Erfolgsserie im vergangenen Winter begann mit dem, was man einem Skifahrer am wenigstens wünscht. Ein kapitaler Sturz Mitte Dezember beim Einfahren für ein Schülerrennen im Kühtai endete für Kilian Steiner im Krankenhaus. Kopfverletzungen, Arm und Nasenbeinbruch lautete die Diagnose, die für den 14-Jährigen vom Skiclub Oberstdorf eine lange Trainingspause nach sich zog. Gehörig auf die Nase gefallen sei er, doch irgendwie habe der Sturz wohl etwas ausgelöst, was er sich selbst nicht erklären kann, rätselt der Nachwuchsläufer noch Monate danach. Jedenfalls habe er Ende Januar, als er das erste Mal nach Wochen wieder auf den Skiern stand, ein unerklärlich gutes sicheres Gefühl gehabt. „Es ist irgendwie wie von selbst gelaufen“, beschreibt er seinen Wiedereinstieg in die Saison. Und sein damaliger Trainer vom U14-Team im Regionalkader Oberallgäu, Michel Renn, traute seinen Augen nicht. Doch das neue Körpergefühl hielt bei Kilian nicht nur im Training. In den folgenden Rennen räumte er fast alles ab, was zu holen war: Er siegte in seiner Altersklasse in der allgäuweiten Lena-Weiß-Renn-Serie, er wurde Zweiter in der Gesamtwertung des Deutschen Schüler-Cups, stand bei der Deutschen Schülermeisterschaft in Seefeld sowohl im Slalom als auch im Riesenslalom ganz oben und gewann schließlich auch noch den Slalom im Jugendcup in Schruns. Hochaufgeschossen ist Kilian mit seinen 14 Jahren. „Ein klarer Vorteil im Slalom“ meint er. Doch auch ein Großer hat mal klein angefangen, als Kindergartenkind mit Caro Fischer und Andrea Geiger als Trainerinnen vom SCO. Im Skispringen habe ich mich auch mal versucht, das hat aber nicht so Spaß gemacht, erzählt er. „Pizza und Pommes fahren“ auf der Piste am Söllereck dagegen habe ihn begeistert.

Bei Vinzenz Schraudolf und Stefan Kobler holte er sich den Feinschliff als Rennläufer. Die SCO-Trainer haben das Talent jedoch schon lang weitergegeben. Aktuell kümmert sich Annette Schmid im U-16-Team mit Felix Urlaub (SCO), Carolin Harzheim (SCO), Judtih Schneider, Jonas Waibel, Clemens Schenk (alle SV Hindelang), Pirmin Richter (SC Kempten) und Sebastian Ammann (RG Burig Mindelheim) um Kilian. Gleich nach den Pfingstferien beginnt ein vielseitiges Sommertraining mit Mountainbiken, Rollerbladen, Wasserskifahren und Skifahren.

Auch auf das Training in der Skihalle in Wittenburg freut sich der junge Wintersportler. Schule und Training unter einen Hut zu bekommen, ist für ihn kein Problem. Er besucht die Profilklasse Sport auf dem Oberstdorfer Gymnasium. „Die Unterstützung dort ist für uns optimal, Fehlzeiten werden, wenn nötig, durch Nachführunterricht aufgefangen“, sagt er. Seine Wünsche für die kommende Saison: Er will sich wieder für die deutsche Schülermeisterschaft qualifizieren. Dafür muss er in der Klasse U 16 einmal unter die Top 15 in DSC-Rennen fahren. Podestplätze in Kategorie-3-Rennen wären ebenfalls super. „Und auf einen so kapitalen Sturz wie Anfang der vergangenen Saison würde ich gerne verzichten“, sagt Kilian schmunzelnd.

Kilian Steiner
Kilian Steiner