Stadion Auftaktspringen Vierschanzentournee

Jahreshauptvesammlung des Skiclub Oberstdorf

Die Vorstandschaft berichtete von einem durchwegs positiven Jahr

Die Mitglieder des Skiclub Oberstdorf (SCO) jubelten schon, bevor die Jahresversammlung überhaupt angefangen hatte. Grund für die Euphorie war ein Fotoshooting für die erneute WM-Bewerbung. Oberstdorf wird mit dem Slogan „Enjoy Oberstdorf- Nordische Ski-WM 2019“ ins Rennen gehen. Das „Y“ im Schriftzug ist ein fröhliches Strichmännchen. „Das Männchen soll aber nicht allein bleiben, sondern alle sollen mitjubeln, aus dem Urlaub, oder vom Berg ,von zu Hause oder wo auch immer her, entsprechende Beweisfotos auf unsere Homepage hochladen und der ganzen Welt unsere Begeisterung zeigen“, stellte der Vorsitzende Dr. Peter Kruijer die Idee vor. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Skisport- und Veranstaltungs GmbH, Stefan Huber, präsentierte der Clubchef die Vorbereitungen auf die Weltmeisterschafts-Bewerbungen, neue Highlights wie der Behinderten-Weltcup im kommenden Winter und die Erfolgsbilanz der vergangenen Großevents. Darunter fand sich der Sommer Grand Prix mit grandioser Tour de France-Stimmung , die Vierschanzentournee mit einer Resonanz wie schon lange nicht mehr und einer leider vorerst auf Eis gelegten FIS-Team-Tour im Skifliegen mit einem tollen deutschen Einzelsieg.

Angesichts des demografischen Wandels steht auch die sportliche Zukunft des bedeutsamsten Skivereins der Region auf der Tagesordnung. Ideen wie ein Kids-Skiopening, der „Nordic Day“ mit Talentiade, die Aufwertung der „Halde“ als Übungsskigelände, die Sanierung der kleinen Karatsbichl-Schanze und die Bedienung neuer Sportarten wie Slope-Style sollen helfen, die Kleinsten für den Skisport zu gewinnen. Ein neuer „Weg der Skilegenden“ von der Erdinger Arena bis hinaus zur Skiflugschanze soll Erinnerungen wecken an international bekannte „Denkmäler“ des Sprungsports wie den Weltrekordler Sepp Weiler und Lars Grini, zwischen deren Erfolge auf der Skiflugschanze 17 Jahre und 23 Weitenmeter lagen.

Die Erfolgsbilanz der Weltcupsportler im SCO sei hinlänglich bekannt. Im vergangenen Winter bei den Alpinen war sie neben mehreren Top-Ten-Ergebnissen von Tina Geiger und den Medaillen von Johanna Holzmann im Telemark vor allem durch das Verletzungspech der Geschwister Stechert und Snowboard-Urgestein David Speiser gedämpft. Im Lager der Springer gab es das Superdebüt von Karle Geiger, einen wieder erstarkten Johannes Rydzek und Janis Morweiser in der Nordischen Kombi. Stabile verlässliche Leistungen zeigten die Langläuferinnen Katrin Zeller und Nicole Fessel. Von „unten“ drängen junge Talente nach. So freute sich Kruijer über viele Erfolge auf Landes- und Bundesebene sowie bei den Jugend-Weltmeisterschaften.

Der Breitensport sei im SCO weiter ein bedeutendes Kapitel. Als Beispiel für „gelebten Skiclub“ nannte Kruijer den Familienlauf mit seiner Mordsgaudi. Die Beteiligung an den Clubmeisterschaften schrumpfe bedauerlicherweise. Darum soll die Veranstaltung künftig auf ein Wochenende konzentriert und durch spannende Gruppenwertung aufgepeppt werden.

Frischer Wind in die SCO-Arbeit sei in diesem Winter auch durch die Einstellung von Roland Frey als sportlicher Leiter gekommen. Der neue Mann an der Schnittstelle zwischen Vereinsführung, Trainern, Sportlern und Eltern lieferte nach der ersten Saison, in der in allen Abteilungen alles auf den Prüfstand kam, erste Ergebnisse. Danach solle es weitere Verknüpfungen im Netzwerk der Trainingsteams geben. Das Know-How der Trainer müsse immer wieder auf den neuesten Stand gebracht und das Grundlagen- und Aufbautraining intensiviert werden. Dafür feilen die Alpinen in den einzelnen Renngruppen weiter an der Technik und insgesamt vielseitiger. Grundlagen, Technik und Vielseitigkeit, diese Devise gelte auch für die große Masse von 90 Langläufern, die die Trainer mächtig auf Trab halten. „Das Leistungsniveau in der Dichte und Breite halten und Ausnahmetalente ganz nach oben bringen“, lautet die Freysche Vorgabe. Anders als im Langlauf, wo vor allem bei den Jüngsten unter Thade Thannheimer die Grenzen fast erreicht seien, gibt es im Springerlager derzeit Sorge um genügend Nachwuchs. Durch Schnuppercamps, Wettkämpfe für die Jüngsten und Grundschulkurse soll die Sprungabteilung mit ihrem hervorragend ausgebildeten Trainerteam Aufwind bekommen.

Bürgermeister Laurent Mies lobte nach den detaillierten Berichten der Abteilungsleiter Hans Lohr (Langlauf), Cornel Becherer (Alpin) und Michael Rydzek (Sprunglauf) die hervorragende Jugendarbeit und die tiefe Verbundenheit der Oberstdorfer mit ihrem Traditionsclub. Er ermunterte, die eingangs demonstrierte Jubelstimmung bei der Bewerbung zur WM beizubehalten und sicherte dafür die Unterstützung der Gemeinde zu.

Text: Elke Wiartalla