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In Oberstdorf wird jetzt ein sportlicher Rohdiamant geschliffen

Deutsch-Schweizerin Gianina Ernst verstärkt das Team der Skispringerinnen

Dieser Tage will das Strahlen gar nicht mehr aus dem Gesicht des Bundestrainers der deutschen Skispringerinnen weichen. Andi Bauer aus Oberstdorf ist mehr als zufrieden mit der Vorstellung, die seine Mädels in diesem Sommer abgeben. Ob beim OPA Alpencup Ladies oder im Sommer Grand Prix, überall sind deutsche Frauen auf dem Vormarsch. Vor allem die Sportlerinnen aus seiner Heimatgemeinde präsentieren sich prächtig. Eine nach langen gesundheitlichen Problemen wieder erstarkte Veronika Zobel, Katharina Althaus mit persönlichen Bestleistungen und Gianina Ernst, die als neues junges Talent zum Skiclub Oberstdorf gefunden hat, bereiten dem Nationalcoach große Freude.

„Da haben wir richtig starken Zuwachs bekommen“, erzählt Andi Bauer über die Vierzehnjährige, die ihm da als Rohdiamant vor die Füße gekullert ist. Gianina Ernst hat sowohl deutsche als auch Schweizer Staatsbürgerschaft und ist die Tochter des ehemaligen Springers Jochen Ernst . Der Schwarzwälder war seinerzeit mit Andi Bauer auf den Schanzen unterwegs und nach seiner Heirat mit einer Schweizerin in deren Heimat übergesiedelt. Das talentierte Töchterchen folgte dem Vater in die Anlaufspur. „Leider gibt es in der Schweiz für die Frauen in unserer Sportart noch keine guten Perspektiven, erklärt Bauer, warum Gianina kürzlich zu den Deutschen wechselte. Der Teenager startet inzwischen für den SC Oberstdorf und lebt im Ski-Internat am Fuße des Nebelhorns.
Beim ersten internationalen Einsatz beim OPA-Alpencup setzte die Deutsch-Schweizerin von Beginn an Akzente. Die ersten beiden Springen in Pöhla gewann sie souverän. Wettbewerb 3 und 4 beendete sie mit einem vierten und einem zweiten Rang. In der Gesamtwertung steht sie damit mit 330 Punkten ganz oben. Mitte September zieht es den OPA-Alpencup nach Einsiedeln, wo Gianina das gelbe Trikot der Führenden verteidigen will.

Veronika Zobel , ebenfalls vom Skiclub Oberstdorf, belegt derweil den dritten Rang in der Gesamtwertung. Die 19-Jährige, die so lange durch Knieprobleme gehandicapt war, knüpft mit einem Silberrang, zwei vierten Rangen und einem fünften in den vier Wettkämpfen an ihren Erfolg aus dem Vorjahr an. Damals wurde sie Zweite in der Gesamtwertung.

Katharina Althaus sammelte unterdes beim Sommer Grand Prix Lorbeeren. Mit einem 8. Platz beim Springen in Courchevel verbuchte sie ihr bisher bestes Ergebnis in dieser Serie überhaupt. Nur Ulrike Gräßler (Rang 4) und Carina Vogt (Rang 7) waren aus deutsche Sicht besser. Im Mixed-Wettbewerb, der erstmals stattfand, gewannen ebenfalls die Deutschen im Team des frisch verheirateten Wahl-Oberstdorfers Neumayer mit Andreas Wellinger, Ulrike Gräßler und Svenja Würth. Karl Geiger vom SC Oberstdorf kam im Männer-Wettbewerb auf den zwölften Platz.

Text: Elke Wiartalla

Erfolgreiche Skispringerinnen des SCO
Erfolgreiche Skispringerinnen des SCO
Gianina Ernst
Gianina Ernst