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Ein Quartett für Schladming

Vier Allgäuer haben sich schon für die Alpin-WM qualifiziert

Und dann ist da ja noch Weihnachten. Irgendwo dazwischen. Vorher noch ein paar Europa-Cup-Rennen in Crans Montana (Schweiz), danach Training in Hinterreit (Österreich). Gina Stechert bleibt wenig Zeit für geruhsames Beisammensein mit der Familie. Die Abfahrtsspezialistin aus Fischen im Allgäu kommt am Abend des 23. Dezembers zu Hause an und bricht am 26. Dezember wieder auf. Dazwischen aber „lege ich die Beine hoch und lass mich von meinen Eltern bekochen“, sagt sie und lacht. Dazu hat sie auch allen Grund, denn der Stress lohnt sich. In der noch jungen Weltcup-Saison fuhr sie bisher schon auf die Plätze elf (Val d’Isère), 14 und 15 (beide in Lake Louise) und qualifizierte sich damit für die WM. Die findet Anfang Februar im österreichischen Schladming statt und ist das Highlight des alpinen Ski-Winters.

„Es ist ein richtig gutes Gefühl, dass ich die Quali schon sicher habe. Jetzt kann ich etwas lockerer in die nächsten Rennen gehen.“ Damit steht sie nicht allein da. Ein Allgäuer Quartett ist schon für Schladming qualifiziert. Neben Gina Stechert gehören
diesem ihr Bruder Tobias (Fischen), Christina Geiger (Oberstdorf) und Stefan Luitz (Bolsterlang) an. Letzterer raste beim Riesenslalom-Weltcup von Val d’Isère auf Platz zwei – und sorgte damit für das beste deutsche Ergebnis in dieser Disziplin seit 1993. „Damit ist mein Saisonziel jetzt schon erreicht“, jubelte er. Das gilt auch für seinen Mannschaftskollegen Tobias Stechert.

Beim Weltcup in Lake Louise war ihm mit Platz fünf ebenfalls eine faustdicke Überraschung gelungen. Der frischgebackene Familienvater war in der Form seines Lebens. Eine Woche später allerdings stürzte Stechert in Beaver Creek, verletzte sich am Knie und musste operiert werden. Ob er bis zur WM wieder fit sei, wird er seitdem häufig gefragt. „Ich kann es nicht sagen. Ich würde ja gerne, aber ich weiß es nicht. Ich
muss den Heilungsverlauf abwarten. “Sorgen macht ihm auch, dass die Oberschenkel-Muskulatur schon bedenklich zusammengeschmolzen ist. „Ich bin eine Woche an Krücken gegangen. Und es war schon furchtbar, wenn ich runtergeschaut und gesehen habe, wie der Oberschenkel immer weniger wurde.“

Souverän schaffte Slalomspezialistin Christina Geiger die Qualifikation. Die Plätze zehn (Aspen) und elf (Levi) sicherten der Oberstdorferin den Startplatz in Schladming.

Text: Allgäuer Zeitung

Gina Stechert in rasantem Tempo
Gina Stechert in rasantem Tempo
Tobias Stechert
Tobias Stechert
Christina Geiger
Christina Geiger