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Die Nordische Ski-WM in Falun ist das Ziel

Lucia Anger vom SC Oberstdorf musste nach einem Trainingsunfall lange pausieren. Die 23-Jährige möchte die Auftaktrennen der Tour de Ski im Allgäu genießen.

Bei der neunten Auflage der Tour de Ski findet in Oberstdorf erstmals der Auftakt des Langlauf-Klassikers statt. Aus dem Oberallgäu sind sieben Läuferinnen und Läufer am Start. Unter anderem Lucia Anger vom SC Oberstdorf. Wir sprachen mit der 23-Jährigen über ihre Vorbereitung und über ihre Erwartungen bei der Tour de Ski.

Werden Sie bei diesem Härtetest für Langläufer, bei dem sieben Sprint- und Distanzrennen vom 4. bis 11. Januar in vier Tourorten zu meistern sind, bis zum Schluss dabei sein?
Lucia Anger: Nein. Mit meinen Trainern habe ich abgesprochen, dass ich nach der zweiten Etappe, die im schweizerischen Val Müstair stattfindet, aussteigen werde, um mich auf den nächsten Weltcup in Estland vorzubereiten.
Warum bleiben Sie nicht länger dabei?
Lucia Anger: Unter anderem deshalb, weil ich sehr spät in die Saison eingestiegen bin. Und zwar erst vor zwei Wochen beim Weltcup in Davos. Dort landete ich im Sprint zweimal auf Rang 26. Ich bin im November beim Skirollern in Oberstdorf gestürzt und wurde ärztlich behandelt. Nachdem eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde, musste ich lange pausieren und bin noch nicht so weit.
Haben Sie bei dem Sturz keinen Helm getragen?
Lucia Anger: Selbstverständlich, denn ohne Helm wäre die Sache sicher schlimmer ausgegangen. Der Helm hat mich ganz sicher vor einer schweren Verletzung bewahrt.
Welchen Stellenwert hat Ihr Auftritt beim Tour-Auftakt in Oberstdorf?
Lucia Anger: Einen sehr hohen. Die Loipe im Ried ist ja mein tägliches Trainingsgelände und liegt direkt vor der Haustüre. Während der Wettkämpfe am Samstag und Sonntag kann ich zu Hause wohnen und die Rennen genießen. An der Strecke sind viele Bekannte, Nachbarn und Freunde, die mich anfeuern werden.
Mit welcher Taktik gehen Sie als Sprinterin in den Prolog über 3 Kilometer?
Lucia Anger: Ich habe mir keine bestimmte Taktik ausgedacht, sondern möchte alles geben und so schnell wie möglich im Ziel ankommen. Aber die Kraft muss man sich schon einteilen, denn beim Prolog geht es zweimal auf einem Teilabschnitt den Burgstall hoch. Und am Sonntag ist es wichtig, in welche Gruppe man nach dem Start kommt. Da entscheidet man dann spontan, wie und wann man dranbleibt oder attackiert.
Liegt Ihnen mehr der Prolog oder mehr das Rennen am Sonntag in der klassischen Technik über 10 Kilometer?
Lucia Anger: Ich mag sowohl die Sprintstrecken als auch die Distanzen bis 10 Kilometer.
Die Nordische Ski-WM findet heuer vom 18. Februar bis 1. März im schwedischen Falun statt. Sind Sie dabei?
Lucia Anger: Das weiß ich nicht, aber ich werde alles versuchen, um mich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren.
Was wünschen Sie sich für den To r-de-Ski-Auftakt in Oberstdorf?
Lucia Anger: Für mein einziges Heimrennen in dieser Saison wünsche ich mir viele Zuschauer, spannende Rennen und dass es bei meinen Kolleginnen und mir gut läuft.

Interview: Werner Kempf, Allgäuer Anzeigeblatt, 03. Januar 2015

Lucia Anger
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