Stadion Auftaktspringen Vierschanzentournee

Der Nächste in der Warteschleife

Karle Geiger hat gute Chancen, die Tradition beim SC Oberstdorf fortzusetzen. Bundestrainer Werner möchte den 19-jährigen bald im Weltcup einsetzen.

Heini Klopfer, Toni Brutscher, Sepp Weiler Max Bolkart, Heini Ihle, Andreas Bauer oder Georg Späth - die Weitenjäger des SC Oberstdorf sind der Inbegriff für die Ausbildung von Spitzensportern auf den Brettern, die die Skisprungwelt bedeuten. Jetzt könnte ein weiterer Oberstdorfer die Erfolgsliste fortsetzen.

Mit herausragenden Resultaten im Continental-Cup 2011/2012 und im Sommer-Grand-Prix 2012 glänzte Karle Geiger in den vergangenen Monaten. "Der ganze Sommer ist eine spannende Reise gewesen. Aufregend war es für mich ohnehin, diese ganzen neuen Orte kennenzulernen. Dass die Ergebnisse dann auch noch recht gut waren, ist natürlich umso besser", schildert der 19-jährige die vergangenen Monate.

Auch Bundestrainer Werner Schuster ist voll des Lobes. "Karle hat eine sehr gute Entwicklung genommen. In den vergangenen Jahren stand er ein wenig im Schatten seiner gleichaltrigen Kollegen. "In den Reihen des DSV wurde die tolle Entwicklung Geigers sehr genau verfolgt", ergänzt Schuster, "man darf aber nicht vergessen, dass der Winter ein Stück härter ist. Wenn er aber diese Übergangsphase gut übersteht, dann ist es möglich, dass wir ihn auch relativ zügig im Weltcup und bei der Vierschanzentournee sehen."

Geht es nach Heimtrainer Bernhard Metzler, schnuppert der Deutsche Schülermeister von 2008 bereits im kommenden Winter zumindest Tournee-Luft zum Auftakt in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen."Sicher traue ich ihm zu , sein Können in der nationalen Gruppe zu zeigen", sagt sein "Ziehvater". In aller Bescheidenheit weiß Karle Geiger nur allzu gut um die nächsten Stufen seiner Entwicklung. "Mein Ziel ist auf jeden Fall, im Weltcup zum Einsatz zu kommen. Ich möchte mich nach und nach in der Liga etablieren." In erster Linie zählen aber die "Junioren-WM in Liberec und die Ski-Weltmeisterschaften in Val di Fiemme", betont der deutsche Jugendmeister von 2010.

Georg Späth will sich "ohne Druck vorbereiten"

Als Letzter der Oberstdorfer Talentschmiede schaffte Georg Späth den Sprung in die Weltelite. Zuletzt ist es ruhig geworden um den 31-jährigen. Er sortiert derzeit "alles ein wenig neu, um zu sehen, wie es im Winter weitergehen kann". Schon im Frühjahr stand die Entscheidung im Raum, ob er weitermacht, schildert der Managment-Student seine Planungen. "Die Idee war, dass ich mich ohne Druck vorbereite, um im Hinblick auf den Winter zu sehen, wie gut es läuft und in aller Ruhe zu überlegen, wie die Perspektive aussieht." Für Geiger spreche in erster Linie die Konstanz des Sommers. Sofern der Junior "diese beibehalten kann, traue ich es ihm zu, dass er sich oben festsetzt", sagt Späth.

Wie sein weiterer Weg nach oben aussehen könnte, davon hat der potentielle Späth-Nachfolger und bekennende Rock-Fan indes genaue Vorstellungen: "Ich habe ein recht gutes Grundgerüst. Wenn ich so manche Dinge noch verbessern kann, ist der Sprung nach vorne möglich", sagt Geiger selbstbewusst.

"Reserven hat Karle auf jedem Fall noch im Flug", berichtet Heimtrainer Metzler. "Im letzten Drittel und vor allen Dingen im Landeanflug könnte ich mich sicherlich noch verbessern", ergänzt das SCO-Talent. Während Bundestrainer Schuster mit dem 19-jährigen für erste Einsätze im Weltcup plant, greift Geiger bereits jetzt nach Größerem. "Sotschi 2014 ist mein Ziel", lässt der Nachfolger von Klopfer, Bolkart, Bauer und Co. wissen.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt

Bundestrainer Werner Schuster und Karle Geiger
Bundestrainer Werner Schuster und Karle Geiger