Stadion Auftaktspringen Vierschanzentournee

Der Kampf um die Olympia-Tickets beginnt

Die Chancen für eine Teilnahme stehen für einige Akteure des SCO nicht schlecht. Dafür müssen aber Nominierungs-Kriterien erfüllt werden. Der Deutsche Ski-Verband (DSV) hat den Termin für eine Olympia-Nominierung auf den 23. Januar gelegt.

Der Winter steht vor der Tür. Für die Oberstdorfer Spitzenskiläufer(innen) beginnt der Ernst der Saison, die mit den Olympischen Spielen im russischen Sotschi vom 7. bis zum 23. Februar 2014 ihren Höhepunkt erreicht. Die Chancen für eine Teilnahme stehen für einige Akteure des SCO nicht schlecht. Dafür müssen aber Nominierungs-Kriterien erfüllt werden. Der Deutsche Ski-Verband (DSV) hat den Termin für eine Olympia-Nominierung auf den 23. Januar gelegt. Wer bei den Olympischen Winterspielen in Russland dabei sein möchte, muss bis dahin bei den Weltcup-Veranstaltungen mindestens einmal einen Platz unter den ersten Acht oder zweimal einen Rang unter den besten Fünfzehn erreicht haben. Die Vorbereitungen sind mit einem umfangreichen Sommerprogramm und Lehrgängen auf Schnee soweit abgeschlossen, sodass nun der
Punktekampf um die Olympia-Tickets beginnen kann.

Für die Alpinen stehen als erste Rennen Riesenslaloms in Sölden am 26. und 27. Oktober auf dem Programm und weiter geht es dann Mitte November nach Levi/Finnland, ehe die Übersee-Rennen in den USA und Kanada anstehen. Ab Mitte Dezember sind dann die Rennen in Europa terminiert. Die Skispringer haben ihren Saisonauftakt zum ersten Mal in Deutschland, am 23./24. November in Klingenthal, ehe es dann nach Skandinavien geht. Ein Höhepunkt ist wie immer die Vierschanzentournee um den Jahreswechsel mit der Veranstaltung in Oberstdorf am 28./29. Dezember. Die Nordisch-Kombinierer beginnen Ende November in Kuusamo/Finnland, wo dann auch die Langläufer(innen) ihren Weltcup-Auftakt haben.

Als einer der sichersten Olympiaanwärter dürfte der 22-jährige Nordisch-Kombinierer Johannes Rydzek gezählt werden, der ja schon bei den letzten Olympischen Spielen in Vancouver mit einer Bronzemedaille mit der Staffel seinen olympischen Einstand gegeben hatte. Er ist schon jetzt in großer Form, was ja auch seine Erfolge beim Sommer-Grand-Prix und auch bei den Deutschen Meisterschaften bestätigten. Auch die 34-jährige Langläuferin Katrin Zeller dürfte wieder dabei sein, nachdem sie ebenfalls letztmals dekoriert (Silber in der Staffel) von Olympia zurückgekehrt war. Ihre Kollegin in der Loipe, die 30-jährige Nicole Fessel, könnte ihre dritten Olympischen erleben. Sie war bei den Weltmeisterschaften Anfang diesen Jahres in Val di Fiemme Deutschlands beste Starterin.

Im Bereich der Alpinen möchte sich die 23-jährige Slalom-Spezialistin Christina Geiger für Olympia ebenso empfehlen wie das Geschwisterpaar, die 26-jährige Gina Stechert und ihr zwei Jahre älterer Bruder Tobias, der in den vergangenen Jahren mehrfach mit Verletzungen zu kämpfen hatte. In Sotschi bei seinen dann dritten Spielen dabei zu sein, hofft auch wieder der Wahloberstdorfer Skispringer, der 34-jährige Michael Neumayer.

Große Chancen dürfen auch der 17-jährigen Skispringerin Katharina Althaus eingeräumt werden, die ja unter den Fittichen des Oberstdorfer Damen-Bundestrainers Andreas Bauer gute Fortschritte gemacht hat. Auch der 20-jährige Karl Geiger empfahl sich erst kürzlich bei den Deutschen Meisterschaften mit hervorragenden Ergebnissen für die Olympia-Mannschaft. Mit einem festen Platz rechnet auch der 33-jährige David Speiser im Snowboardercross, nachdem er im letzten Jahr durch Verletzungen stark gehandicapt war. Für Speiser wären es die dritten Olympischen Spiele, in Vancouver erreichte er einen achten Rang. Darüber hinaus gibt es noch einige vielversprechende Oberstdorfer Talente, die durchaus das Zeug dazu haben, in Sotschi dabei zu sein. So in erster Linie der Kombinierer Janis Morweiser und der amtierende Deutsche Meister im Riesenslalom Sebastian Holzmann, der in diesem Winter durchaus Chancen auf einen Einsatz im Weltcup hat.

Gespannt darf man auch die weiteren Leistungen der Langläuferinnen Lucia Anger und Laura Gimmler verfolgen. Die 22-jährige Anger lief kürzlich bei der Zentralen Leistungskontrolle in Oberhof im Hallensprint vor Trainingskollegin Katrin Zeller zum Sieg.

Eine noch junge Sportart bei den Winterspielen ist Freeskiing, wo der SC Oberstdorf außergewöhnlich gut vertreten ist. Sarah Pöppel (20) hat ihr Ticket so gut wie in der Tasche und auch Sebastian Geiger (21) kann bei den kommenden Weltcup Veranstaltungen noch auf den Olympia-Zug aufzuspringen. Nur für Lukas Joas (20) aus der LG 1b dürfte die Olympiade in Sotchi noch zu früh kommen, da er durch seine berufliche Tätigkeit als Schreiner momentan keine Zeit hat an Weltcupveranstaltungen teilzunehmen.

Apropros Springen: aus diesem Lager will ein weiterer Skisportler nach Sotschi: Niko Polichronidis ist Mitglied des SCO, wird aber wohl als erster griechischer Skispringer aller Zeiten an den Start für sein Heimatland gehen.

Text: Kurt Reich

Katrin Zeller Tour de Ski Oberstdorf
Katrin Zeller Tour de Ski Oberstdorf
David Speiser
David Speiser
Nordische Kombination Janis Morweiser
Nordische Kombination Janis Morweiser
Lucia Anger in Aktion
Lucia Anger in Aktion