(-wiko-) Zum dritten war Bad Hindelang und das Oberjoch Gastgeber für die Weltelite des Telemarksports. Für das junge deutsche Team, darunter auch Johanna Holzmann (SCO) bei den Damen und in der Herrenkonkurrenz Jonas Schmid sowie Benedikt Holzmann, beide vom Skiclub 1906 Oberstdorf e.V. war der Heim-Weltcup die erste Bewährungsprobe nach vielen Trainingstagen sowohl auf dem Stubaier Gletscher als auch am Oberjoch - und mit das größte Highlight in dieser Saison. An zwei Wettkampftagen haben sich die DSV-Athleten mit Fahrern aus Japan, den USA, Spanien, Großbritannien, den Alpenländern, Tschechien und den skandinavischen Ländern messen müssen.
Mit zwei starken Läufen landete Johanna Holzmann im Riesenslalom auf Rang zwölf. Ihr Bruder Bendikt kam am Ende auf Platz neun.
Einen starken Auftritt im Sprint Classic hatte Jonas Schmid. Dem Oberstdorfer gelang das beste Weltcup Resultat mit Rang sechs. Benedikt Holzmann schaffte es am Ende auf Platz zehn.
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Beim Telemarken kniet der Athlet auf dem bergseitigen Ski, indem er die Ferse des hinteren Fußes hochhebt und den Talski nach vorne schiebt.
Skispringen, Langlauf und Abfahrt in einem, keine andere Scheesportdisziplin verbindet so lässig
drei skifahrerische Techniken zu einer Wettkampfform wie der Telemarksport.
Zum Weltcupstart am Oberjoch müssen die Telemarker in den Disziplinen Riesenslalom und Sprint Classic an den Start. Hier sind nicht nur Tempo, sondern auch eine gehörige Portion Geschick, eine optimale Taktik und gute Kondition gefragt.
Beim »Sprint Classic«, der »Nordischen Kombination schlechthin«, ist der ganze Skifahrer gefordert. Zwischen den Toren eines Riesenslaloms ragt eine Respekt einflößende Schanze hervor. Am »Kicker« heißt es für die Telemark-Renner, auf Weitenjagd zu gehen. Wer eine Weitenlinie nicht überspringt, handelt sich hier gleich eine empfindliche Zeitstrafe ein. Sprünge von 30 bis 40 Metern sind hier zu bestaunen, die natürlich im im Telemarkstil gelandet werden müssen, um einer weiteren Strafe zu entgehen – ganz wie beim Skispringen. »Das Niveau im Weltcup ist jedoch mittlerweile so hoch«, erklärt DSV-Telemarkreferent Chris Leicht, »dass hier in den seltensten Fällen noch Penalties ausgesprochen werden müssen, weder für ein Nichterreichen der Soll-Weite noch für eine nicht regelkonforme Landung«. Und das, obwohl zum Vorbereiten des Sprungs genauso wenig Zeit bleibt wie zur Landung. Schließlich läuft die Uhr auch an der Skisprungschanze mit und das nächste Tor muss in direkter Kampf-Linie angefahren werden.
Richtig rund geht's dann aber erst zum Ende des Torlaufs. Wo die Alpinrenner bereits Zielflaggen und jubelnde Zuschauer erwarten, werfen sich die Telemarker im »Classic« in eine 360 Grad-Steilwandkurve. Der »Kreisel«, bremst die Abfahrer auf Langlauftempo herunter, wogegen sich die Rennläufer versuchen mit viel Mut und Geschick zu wehren. Hier erwarten die Zuschauer waghalsige Wendemanöver. Neben dem Sprung ist der 360er wohl das spektakulärste Element des »Sprint Classic«-Wettkampfes.
Denn nur wer mit gutem Schwung aus dem Kreisel kommt, macht auch beim Skating wertvolle Sekunden gut. Nun heißt es nur noch anschieben. Im Sprint-Tempo geht's in Richtung Ziel. Hier zählen die langläuferischen Fähigkeiten, an denen nicht nur im deutschen Team mit einem eigenen Skating-Trainer akribisch gefeilt wird. Die Sportler müssen beim »Sprint Classic« zwei mal an den Start.
Die zweite Disziplin, die im Rahmen des Telemark-Weltcups ausgetragen wird, ist der Riesenslalom. Dieser wird im Prinzip wie ein alpiner Torlauf ausgetragen. Was jedoch bleibt, ist die Schanze mit Weitenlinie und Landung im Telemarkstil. Hier fehlt im Vergleich zu »Classic« und »Classic Sprint« einfach der Kreisel und die Skating-Strecke. Wie im alpinen Weltcup sind hier ebenfalls zwei Läufe zu bewältigen.
Quelle: www.telemark-weltcup.de
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