Neubau HS 106 in der Erdinger Arena         Finale FIS-Team-Tour Weltcup Skifliegen 17.-19.02.2012         60. Vierschanzentournee - Bildimpressionen      
Veranstaltungen
SCO-News

Der Traum vom Fliegen rückt näher

von Elke Wiartalla am 21.07.10



Oberstdorf (wir). „Hoppla, da sind ja eine ganze Reihe Mädels dabei!“, staunt der Besucher in der Erdinger Arena, der an diesem heißen Nachmittag interessiert das Sprungtraining der SC-Oberstdorf-Jugend verfolgt. Katharina Althaus (14) schaut spitzbübisch unter ihrem Helm hervor, schmunzelt und packt sich ihre Skier auf die sonnengebräunten Schultern. Die verwunderte Reaktion von außen kennt sie zwar, aber in ihrem Club ist sind die Damen nichts besonderes.
„Von Anfang an war es ganz normal, dass ich dabei war“, erinnert sie sich an die Anfänge, als sie 2001 als eine der Protagonistinnen zum Skisprung kam. Sechs Jahre war sie damals alt, und immer wieder hatte sie den älteren Bruder Daniel zum Training begleitet. Das wollte sie auch! Ein Schnupperkurs bahnte ihr den Weg, die ersten Hoppser von der HS 20 gefielen ihr so gut, dass sie bis heute dabei blieb. Aus der Mini-Schanze sind inzwischen die großen Anlagen geworden: auf der HS 60 und HS 100 fühlt sie sich inzwischen pudelwohl und ihr Traum, einmal von der Skiflugschanze im Stillachtal zu fliegen, rückt näher.
Katharina, die in Schöllang wohnt und für den SC Rubihorn zunächst  auch in Skirennen an den Start ging, sieht im Sprungsport inzwischen für sich die weitaus größeren Erfolgsmöglichkeiten. Mit 14 Jahren steht sie bereits im D/C-Kader des DSV und hat die Erwartungen ihrer Trainer mit der Vizemeisterschaft im Deutschen Schülercup voll erfüllt. „Kathi ist für ihr Alter wirklich großartig dabei“, lobt Trainerin Catrin Schmid, „wenn sie so weiter macht, hat sie alle Chancen, nicht nur deutschlandweit ganz vorn mitzumischen“.
Ihre gute Form im DSC hat sie auch beim ersten Wettkampf der neuen Serie „Woman goes sports“ bewiesen, als sie gleich mal auf dem zweiten Platz landete. „Diese Wettkämpfe sind vergleichbar mit dem Alpencup bei den Buben und geben uns die Möglichkeit, uns mit den Springerinnen aus allen anderen Alpenanrainern zu messen“, erklärt Katharina. Die nächste Etappe auf der Karriereleiter hat sie schon fest im Visier: Ein Platz im C-Kader ist ebenso auf der Wunschliste wie Erfolge im Continental-Cup: „Da unter die 30 und damit in den zweiten Durchgang zu kommen, das zählt“, sammelt die Nachwuchsathletin im Kopf schon Punkte im Junioren-Weltcup.
Dafür heißt es, schon im Sommer fleißig trainieren. Fünfmal die Woche findet man die Sportlerin an der Schanze, entweder von 15 bis 17 Uhr oder von 17 bis 19 Uhr. Langeweile ist ein Fremdwort für sie: Nach der Schule wird schnell was gegessen, dann geht es an die Hausaufgaben und anschließend nach Oberstdorf in die Erdinger Arena. Zuviel Termindruck? „Nein, das kriege ich gut auf die Reihe und Zeit für Freunde habe ich auch noch, wobei die meisten sowieso auch an der Schanze sind“, meint sie zufrieden und überhaupt nicht gestresst. Dankbar ist sie aber, dass die Eltern voll hinter ihr und ihren Brüdern, ebenfalls Skispringer, stehen und die Fahrerei zum Training stets klaglos übernehmen. „Ohne die Familie würde es nicht gehen“, versichert sie. Und auch der Skiclub bekommt ein Lob:  Michi Kiechle, der sie schon von Anfang an als Trainer begleitet und Catrin Schmid seien einfach „cool“ und  der Verein stelle zudem Sprungski, Bindung und Schuhe zur Verfügung.  „Nur wachsen, das müssen wir selbst“, sagt sie, schnappt sich die langen Latten und macht sich wieder auf den Weg zum nächsten Sprung.

 



Druckversion dieses Artikels anzeigen - Diese Seite weiterempfehlen

  Zurück
Suche
Newsletter
Anmelden
Abmelden
Partner
Wetter