Rubi (wir). Ein bisschen kleiner, aber nicht weniger fein als am Montag war der Empfang, den die Oberstdorfer den beiden „Spätheimkehrern“ von den Olympischen Spielen bereiteten. Katrin Zeller und Daniel Herberg strahlten übers ganze Gesicht, als sie, begleitet von der Musikkapelle Schöllang und vielen Kindern der Skiclubs SC Oberstdorf und SC Rubihorn in einer Kutsche durch den Ort fuhren. Immer wieder gab es tosenden Applaus und dröhnendes Kuhschellengeläut. Am Dorfplatz angekommen, durften die beiden durch ein Spalier aus Skiern und Fahnen auf die Bühne, wo Katrin Zeller stolz ihre blitzblanke Silbermedaille präsentierte.
Viel Zeit zum Verschnaufen hatten sie nicht, waren sie doch erst am Tag zuvor aus Vancouver zurückgekehrt und beim Empfang im München dabei. „Das war schon sensationell, aber ihr hier in Rubi seid der Wahnsinn“, meinten die beiden begeistert. Vor allem für Katrin Zeller, die in ihrer Sportlerkarriere schon viele Tiefpunkte erleben musste, freute sich über die Genugtuung, sich in Vancouver ihren Kindheitstraum von einer Medaille erfüllt zu haben. Sie habe gezeigt, dass man ab 30 so richtig in Fahrt kommt, verriet sie verschmitzt.
Der Vorsitzende des Skiclub Oberstdorf, Josef Geiger, fand bei aller Freude deutliche Worte für die schweren Attacken des Bundestrainer Jochen Behle gegen die Langläuferinnen vor den Rennen:. „So taktlos geht man in der Führung nicht um mit seinen Athleten“. Dass Katrin trotzdem gezeigt habe, was in ihr steckt, „ des freut iis zum Verrecke“.
Bürgermeister Laurent Mies erinnerte an die Verleihung der Sportlerspange vor einem Vierteljahr, wo er eine offene, freundliche Spitzensportlerin kennen lernen durfte. „Es gibt wohl keinen, dem ich diesen Erfolg mehr gönne“, meinte er.
„Eine Medaille für uns Dörfler, das gab´s noch nie“, freute sich auch der Vorsitzende des SC Rubihorn, Niki Hofmann, über den großen Erfolg der Langläuferin. Die ersten Schritte auf Skiern hatte Katrin nämlich in dem kleinen Skiclub gemacht. Als sich ihr großes Talent aufdrängte, sei man der Vereinsphilosophie gefolgt, gute Sportler ziehen zu lassen. Zum SC Oberstdorf ging es, wo Trainer Liese Hartmann sie ab 1987 zehn Jahre unter seinen Fittichen hielt. Entsprechend groß sei sein Jubel über den großen Erfolg nach so vielen Tiefschlägen gewesen.Mitgefiebert habe bei Olympia das ganze Dorf, verriet der Ortssprecher von Rubi, Dr. Ralf Ecke. Kathrin in der Loipe von Vancouver sei daheim ein „echter Straßenfeger“ gewesen Sie habe den kleinen Ortsteil in der ganzen Welt bekannt gemacht, indem sie immer wieder betont habe, sie komme aus Rubi bei Oberstdorf.
Der kommissarische Vorsitzende des ECO, Harald Löffler, gefiel die Gemeinschaftsfeier der Sportvereine und hoffte, dass man auch weiterhin an einem Strick ziehe. Für Daniel Herberg, der mit dem Team Füssen einen 6. Platz erreichte, hatte er viel Lob. Schließlich war der Oberstdorfer ohne die ganz große Vorbereitung erst im letzten Augenblick als Ersatzmann auf den Olympiazug aufgesprungen.
Nach dem Eintrag in Goldene Buch und versehen mit allerlei Geschenken bedankten sich die Sportler für den warmen Empfang, schrieben jede Menge Autogramme und stellten sich freundlich für jede Menge Schnappschüsse zur Verfügung.
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