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Heiße Duelle bei der Erdinger Race Night

von am 31.12.09



Oberstdorf (wir). So sympathisch entspannt und fröhlich wie bei der Erdinger Race Night im Oberstdorfer Skisprungstadion präsentiert sich der Skirennsport selten. Beim heißen Duell im anspruchsvoll steilen Auslauf der Großschanze ging es für die Stars von gestern, heute und morgen auch weniger um Medaillenränge, Weltcup-Punkte und Olympia-Qualifikationen, sondern viel mehr um den Spaß am Skisport. Doch egal ob 15 oder 50 Jahre, in allen Startern steckt bei aller Gaudi der Ehrgeiz, auch beim „Rennen just for fun" ganz vorn dabei zu sein.


Ein gelungenes Experiment der Skisport- und Veranstaltungs GmbH und  dem Skiclub 1906 Oberstdorf e.V. war die Erdinger Race Night, in der  nach Auftaktspringen zur  Vierschanzentournee das komplette Equipment im Stadion genutzt wurde, um am Folgetag den alpinen Skistars ein solch tolles Forum zu bieten. Die Zuschauer zeigten sich begeistert von der Idee. „Eine Klasse-Sache, die es in Norwegen schon seit vielen Jahren gibt und nun in Oberstdorf so toll umgesetzt wird", lobte der ASV-Vorsitzende Herbert John. Petra Kuhnle, die aus Bad Hindelang gekommen war, um bei dem Spaß-Rennen zuzusehen, freute sich für die jungen Allgäuer Talente, sich in der tollen Stadion-Atmosphäre präsentieren zu dürfen. Und Ex-Rennläufer Johannes Stehle genoss sichtlich das Wiedersehen mit alten Konkurrenten.


Den meisten Zuschauern wäre der Auslauf der HS 135 schon als „normale" Skiabfahrt viel zu steil, die 20 Rennfahrer jedoch traten in einer Speed-Disziplin und zwei schwierigen Slalomdurchgängen an. Frank Wörndl, der wegen Knieproblemen dem Tanz durch die Stangen lieber die sportliche Kommentierung übernommen hatte, durfte die Probleme von Marc Girardelli vorm drittletzten Tor ebenso analysieren wie die elegante, aber nicht mehr zeitgemäße Technik von Markus Eberle. Bernie Huber, der im aktiven Sportlerdasein eher der Mann der schnellen Disziplinen war, hatte am Wettkampf nur teilgenommen, weil ein Drittel der Wertung auf die Abfahrt fiel. „Klar haben mir die Hosen geflattert", meinte er grinsend im Ziel, „aber wie schnell war ich eigentlich?". Mit  seinen 112 km/h musste er sich jedoch dem Clubkameraden Johannes Stehle (116 km/h) geschlagen geben. Marc Girardelli, der zu seinen besten Zeiten in allen Disziplinen topp war, ist seit 14 Jahren in keinem Slalom mehr gestartet. Ebenso wie die anderen „Oldies" musste er sich drum der Jugend geschlagen geben. In der Endabrechnung hatte Nachwuchsfahrer Philipp Schmid aus Oberstaufen die Nase vorn, gefolgt von Fritz Dopfer und Dominik Stehle. Bei den Damen siegte die 19-jährige Christina Geiger, die in dieser Saison in den Technik-Disziplinen im Weltcup ganz vorn dabei ist, vor Nicola Schmid und Petra Haltmeyer. Die hoffnungsvolle Athletin des Skiclub Oberstdorf machte im Interview mit Stadionsprecher Jens Zimmermann auch deutlich, wie anspruchsvoll der Slalomkurs an der Schanze wirklich war. "Am Gudiberg in Garmisch ist es in den ersten drei Toren ähnlich steil, aber in den sonstigen Rennen sieht man Gott sei Dank eher, wohin man fährt", meinte sie lachend nach ihrer Topzeit im Ziel, die ihr ebenso wie Schmid als Siegprämie den „Goldenen Skischuh" einbrachte.
Eine akrobatische Showeinlage der Quadconnection aus Halblech, Rockmusik in Mundart von den „Grittebendlfehla" und ein imposantes Feuerwerk zum Abschluss machte diese 1. Erdinger Race Night" zu einem tollen Erlebnis.

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